The sisters brothers

The sisters brothers

USA 2018 (119min)

Oregon im Jahr 1851: Die Brüder Charlie und Eli Sisters verdingen sich als Auftragskiller und stehen in Diensten eines einflussreichen Mannes, den alle nur den Commodore nennen. Für diesen geheimnisvollen Strippenzieher sollen die beiden ungleichen Geschwister einen gewissen Hermann Kermit Warm ermorden, der eine chemische Formel für effizientes Goldschürfen entwickelt hat und sich damit auf dem Weg nach Kalifornien befindet. Der Kundschafter John Morris, ein anderer Handlanger des Commodore, macht den Reisenden ausfindig und hält die Sisters über den Aufenthaltsort ihrer Zielperson auf dem Laufenden. Charlie und Eli haben auf ihrem Trip gen Süden jedoch mit einigen Hindernissen zu kämpfen.

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Statt einer handlungsgetriebenen Dramaturgie bestimmt den Film eine Abfolge von kuriosen Begegnungen, lustigen Missgeschicken und Diskussionen, in denen die beiden anfangs karikaturenhaft wirkenden Titelhelden mehr und mehr Profil erhalten. Charlies Trunkenheit und seine gewaltsamen Neigungen rühren von einem frühen Trauma her, das in den Streitgesprächen der beiden Brüder immer wieder aufblitzt. Elis Selbstzweifel und seine Sehnsucht nach echter Zuneigung machen aus dem Killer einen Menschen, dem man Schritt für Schritt näherkommen kann.

Heitere und nachdenkliche Momente wechseln sich ständig ab. Mehr als einmal sinnieren die Figuren über den Gegensatz von Zivilisation und Wildnis. Die Idee einer neuen, utopischen Gesellschaft, in der das Recht des Stärkeren und die unbändige Gier keine Rolle spielen, wird an die Wand geworfen. Und nicht gerade selten tun sich ungeahnte Allianzen auf, die das Geschehen plötzlich in eine andere Richtung lenken. The Sisters Brothers ist wendungsreich und unterhaltsam – allerdings nicht im klassischen Sinne. Zuschauer, die kein Problem damit haben, wenn ein Film Erwartungen konsequent unterläuft, dürften sich bei Audiards skurrilem Western köstlich amüsieren. Auch deshalb, weil die Darsteller – vor allem Joaquin Phoenix und John C. Reilly – prächtig harmonieren.
(Cineman)

Vorgeschlagen von: 

Klara Bosshart

Anzahl Stimmen: 1556

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