Filmklub 2.0

Filmklub Wohlen 2.0

Mit dem Klassiker Harold and Maude verabschiedet sich der Filmklub Wohlen in der jetzigen Form vorläufig von seinen rund 700 Mitgliedern. Damit endet eine zwanzigjährige erfolgreiche und sehr angenehme Zusammenarbeit mit Hansjörg Beck, der das Kino Rex bis Mitte März 2019 betrieben hat.

Wie geht es weiter?

Zurzeit läuft ein Baubewilligungsverfahren für einen Umbau des Kinos. Wenn alles nach Plan läuft, wird das Kino Rex unter neuen Eigentümerverhältnissen im Herbst 2019 mit neu drei Sälen wiedereröffnen. Damit wird das Programm vielfältiger werden. Wir haben uns im Vorstand deshalb zuerst einmal gefragt, ob es den Filmklub Wohlen denn überhaupt noch braucht. Ziel und Zweck unseres Vereins ist es seit über 50 Jahren, in Wohlen ein paar (mittlerweile 12) gute Filme zu zeigen, kleinere Produktionen, Filme aus diversen Kulturen und Genres, die es neben den Blockbustern aus den USA nicht ins Kinoprogramm schaffen würden. Filme, die in einem grossen Saal, kommerziell gesehen, auch keinen Erfolg hätten.

Wir haben im neuen Besitzer des Kinos, Sascha Heubacher, aber einen alten Bekannten gefunden, der den Filmklub aus seiner Zeit als Angestellter von Hansjörg Beck noch in bester Erinnerung hat. Sascha Heubacher sieht das Angebot des Filmklubs als sinnvolle Ergänzung zu seinem Angebot, die für ihn in diverser Hinsicht auch kommerziell interessant sein dürfte, bringt der Filmklub an einem Abend doch durchschnittlich rund 500 Filmfans ins Kino.

Drei kleine Säle, was bedeutet das für den Filmklub?

Bisher hatten unsere Mitglieder an einem Abend, mit ganz wenigen Ausnahmen, problemlos Platz, weil wir den Film zweimal hintereinander vorführten und der Saal eine Kapazität von 290 Plätzen ausweist. Wie von Geisterhand gesteuert, haben sich die durchschnittlich 500 Besucher in etwa gleichmässig auf die zwei Vorstellung verteilt. Der grösste Saal wird neu aber nur eine Kapazität von 150 Plätzen haben. Alle drei Säle zu belegen kommt aus diversen Gründen nicht in Frage. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als den Film neu viermal zu zeigen. Das bedeutet für uns einen zusätzlichen Aufwand, in personeller wie auch in finanzieller Hinsicht, hat für unsere Mitglieder aber auch einen Vorteil: Neu hat man die Wahl, den Film entweder am Dienstag oder am Mittwoch zu sehen.

Flexibler, aber komplizierter?

Wir kommen nicht darum herum, neu mit einem Reservationssystem zu arbeiten. Filmklubmitglieder werden für sich einen Platz reservieren müssen – und das am liebsten online. Sascha Heubacher hat sich aber bereit erklärt, auch telefonische Reservierungen entgegenzunehmen. Das ist nicht unwesentlich, wenn man die Altersstruktur unserer Mitglieder bedenkt, die bestenfalls aus Digital Immigrants besteht. Wie das alles im Detail funktionieren soll, werden wir rechtzeitig kommunizieren. Bedingt durch das Reservationssystem, wird neu auch die Abendkasse vom Kinobesitzer betrieben. Man kann bei uns als Nicht-Mitglied ja auch Einzeleintritte lösen.

Bleibt es bei den tiefen Mitgliederbeiträgen?

Der Filmklub Wohlen hat in den letzten acht Jahren sechsmal ein Defizit verbuchen müssen. Wir kommen deshalb nicht darum herum, die entstehenden Mehrkosten, die primär aufgrund der höheren Saal- und Filmmiete resultieren, auf unsere Mitglieder zu überwälzen. An der letzten GV wurden daher die folgenden neuen Mitgliederbeiträge beschlossen: 60 Franken für alle 12 Filme, 40 Franken für 8 Filme (4 selbstgewählte im Abendprogramm, 3 Matineen, Filmklassiker) und 30 Franken für Lehrlinge und Studenten (alle 12 Filme). Prozentual gesehen, könnte man den notwendigen Aufschlag für die ersten beiden Kategorien als massiv bezeichnen. Mit 5 Franken pro Film ist unser Angebot aber nach wie vor sehr attraktiv. Noch attraktiver für Lehrlinge und Studenten, die nur die Hälfte, also 2.50 Franken, bezahlen.