A l'école des philosophes

A l'école des philosophes

CH, 2018 (97min)

Sie heissen Kenza, Louis, Léon, Chloë und Albiana, sind fünf, sechs Jahre alt und sollten, wie alle Kinder in der Schweiz, eingeschult werden. Doch was für die meisten Kinder ein mit Spannung erwartetes Ereignis auf dem Weg gesunden Heranwachsens ist, ist für die neuen Zöglinge der Sonderschule an der Rue des Philosophes in Yverdon-des-Bains ein riesiger Schritt ins Leben hinaus. Sie alle nämlich sind geistig, zum Teil auch körperlich beeinträchtigt. Die einen mehr, die anderen weniger, doch alle so fest, dass sie stärker als andere Kinder auf Betreuung und Pflege angewiesen sind. Etwas vom Augenfälligsten in diesem Film von Fernand Melgar ist die enge Verbundenheit der Kinder mit ihren Eltern, die diesen emotional sehr viel näher stehen, als dies bei gesunden normalerweise der Fall ist; am krassesten ist die Situation da, wo man ein gesundes Geschwister vorübergehend bei den Grosseltern aufwachsen lässt.
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Fernand Melgar arbeitet in L’école des philosophes mit weitgehend denselben Methoden, wie in seiner Flüchtlings- und Asylpolitik-Trilogie (L’abri, Vol spécial, La forteresse) und dem Sterbehilfe-Film Exit: Er kommentiert nicht, aber stellt – auch wenn man diese oft nicht hört – Fragen, wobei er vor emotional intimen Momenten so wenig zurückschreckt, wie vor heiklen Themen. Vor allem aber schaut und hört er zu. Er erweist sich dabei im Schulalltag wie bei den Besuchen zu Hause als einfühlsamer und sehr aufmerksamer Beobachter und lässt den Zuschauer teilhaben an den kleinen grossen Momenten, die das Abenteuer Leben für jeden bereithält. Ein in mannigfaltiger Hinsicht überaus bewegender Film!
(Cineman)

Vorgeschlagen von: 

Klara Bosshart

Anzahl Stimmen: 909

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