Il mangiatore di pietre

Il mangiatore di pietre

CH / Deutschland 2018

Cesare ist ein einsamer Wolf geworden. Er hat seine Frau verloren, als er im Gefängnis sass, hat seine Tätigkeit als Schleuser aufgegeben, auch weil sein Kumpan und Cousin Fausto begann, nicht nur Menschen, sondern Drogen über die Grenze nach Frankreich zu schmuggeln. Kaum auf freiem Fuss entdeckt Cesare an einem Wildbach die Leiche seines Cousins. Der örtliche Polizeikommandant Boerio, selbst in die Drogengeschäfte verwickelt, verdächtig ihn des Mordes. Die ermittelnde Kommissarin Sonia di Meo hat ihre Zweifel.

Der Verdächtige unternimmt eigene Nachforschungen. Die Verhältnisse sind verzwickt. Cesares Kumpan hatte ein Verhältnis mit Ania, der nunmehr schwangeren Frau des Sägereibesitzers Ettore. Und da ist noch Sergio, ein Jüngling, der seinem Vater zudienen muss, aber die Freiheit in Frankreich sucht. Er entdeckt eine Flüchtlingsgruppe in einer entlegenen Berghütte, die Fausto im Stich gelassen hatte und appelliert an Cesares Gewissen: Er animiert ihn, nochmals als Schleuser tätig zu werden.

Nicola Belluccis düsteres Bergdrama, eine schweizerisch-italienische Koproduktion, erweist sich als Thriller mit Westernanleihen (der einsame Wolf, das Duell in den Bergen). Der spröde Film besticht durch eine authentische Kulisse (die Bergwelt Piemont), eindringliche Schauspieler und eine komplexe Geschichte. Geschildert wird auch die Tragödie eines Mannes, dessen Zeit abgelaufen ist. Der junge Sergio setzt ein Signal – das einer jüngeren Generation, die aufbricht und sich befreit. In seiner Kargheit und Schroffheit ein Meisterwerk über Menschsein, in dem Flüchtlinge «nur» Auslöser sind.

Vorgeschlagen von: 

Klara Bosshart

Anzahl Stimmen: 2405

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