Das schweigende Klassenzimmer

Das schweigende Klassenzimmer

Deutschland 2018 (111min)

1956: In Westberlin sehen die zwei Abiturienten Theo und Kurt aus der DDR die Wochenschau und erfahren, wie es um den Aufstand der Ungarn gegen die sowjetischen Besatzer wirklich bestellt ist. Wieder zuhause in Stalinstadt organisieren sie auf Initiative von Kurt innerhalb ihrer Klasse eine solidarische Schweigeminute für die Opfer des Aufstands. Doch diese Geste, diese politische Geste, sorgt für mehr Aufmerksamkeit, als sie erwartet hätten. Der Volksbildungsminister verurteilt die Aktion als konterrevolutionär. Wenn die Rädelsführer nicht benannt werden, wird, so droht er, die ganze Klasse von der Ablegung des Abiturs ausgeschlossen.
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Der Film versteht es dabei, im Zehrfeld einer absoluten Lebensfreude der Figuren auf der einen und einer Stimmung des Misstrauens auf der anderen Seite ein intensives Erlebnis zu bieten, das erahnen lässt, wie es sein muss, innerhalb eines Systems zu leben, in dem man immer vorsichtig mit dem sein muss, was man sagt und was man tut. Das arbeitet Das schweigende Klassenzimmer recht imposant heraus, profitiert aber auch von einem erstaunlich guten Jung-Ensemble rund um Leonard Scheicher, Tom Gramenz und Lena Klenke. Aber auch in den älteren Rollen punktet der Film, allen voran Ronald Zehrfeld, der einen besorgten Vater spielt, dessen Sohn ihm ähnlicher ist, als er es wahrhaben möchte.

Die Geschichte ist kraftvoll erzählt, kein Moment illustriert dies aber besser als das Ende, das in gewisser Weise an The Dead Poet's Society erinnert, aber auch ein Gefühl des standhaften Trotzes á la Spartacus und all jener, die sich für ihn ausgaben, transportiert. Ob das im wahren Leben auch so dramatisch war, sei dahingestellt – filmisch funktioniert es hervorragend.
(Cineman)

Vorgeschlagen von: 

Klara Bosshart

Anzahl Stimmen: 765

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