Birds of Passage

Birds of Passage

Kolumbien, 2018

Im Kolumbien des Jahres 1968 legt eine Familie des matriarchalischen Wayuu-Stamms den Grundstein für den Drogenhandel, für den das Land Jahre später berühmt und berüchtigt sein sollte. Dabei fängt alles klein an: Rapayet verkauft Marihuana an Amerikaner des Friedenskorps. Doch schon bald blüht das Geschäft, und er wird zum reichsten Mann der Gegend. Doch dieser Reichtum kommt mit einem Preis, da auch andere Macht und Geld wollen – so beginnt ein blutiger Krieg, der das Leben und die Kultur des Stammes bedroht.

Es ist der starke Kontrast zwischen dem Drogenhandel und den damit einhergehenden Dingen sowie dem Leben eines eingeborenen Stammes, der diesen Film so eindringlich werden lässt. Weil die Wayuu eigentlich von materiellen Dingen nichts halten, weil sie die Aussenseiter, die alijunas, im Grunde dafür verachten, dass sie von Habgier getrieben sind. Aber sie selbst leben in einem feudalen Heim mitten in der Wüste, und die Matriarchin hat – während sie uralte Riten ausführt– eine schwere Rolex am Handgelenk. Das beisst sich, ist aber auch faszinierend. Weil hier der Einblick in eine für den Zuschauer komplett fremde Welt geboten wird, die des Stammes der Wayuu, das aber mit den Mitteln eines Crime-Films gemacht wird.

Der Film befasst sich in seiner Essenz mit der Destabilisierung traditioneller Lebensweisen. Man könnte ihn auch als einen Kommentar auf die Globalisierung lesen, die allem Guten zum Trotz auch etwas Gleichmacherisches an sich hat. Das Leben, wie die Wayuu es führten, wird so nie wieder existieren. Aus einer eigenen Schuld heraus, aber auch, weil sie von einer Welt eingekreist werden, in der diese Veränderung notwendig ist.
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(Cineman)

Vorgeschlagen von: 

Klara Bosshart

Anzahl Stimmen: 755

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